Eurol Motoröl / Motorenöl / Schmierstoff

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Die Motoröl Marke Eurol sorgt in Österreich seit Jahren für Schlagzeilen. Finanzskandale in Milliardenhöhe, Steuerhinterziehung und Ölpantscherei sind dabei die Hauptvorwürfe. Die Motoröl Marke an sich steht jedoch nach wie vor für höchste Qualität. Heute gehört sie zum Welser Unternehmen Petro-Lubricants Mineralöl GmbH und ist aktuell in 23 Ländern vertreten.

Die Unternehmensgeschichte von Eurol beginnt bereits 1780, als in Ried die Firma „Fettwerke Mayer“ zur Herstellung von Pech- und Wagenschmiere gegründet wurde. Die Fettwerke Mayer reagierten damals schnell auf die Internationalisierung und gehörten zu den ersten Vorlieferanten internationaler Ölmultis. Was den Fettwerken Mayer jedoch fehlte, war eine aussagekräftige Markenpolitik. Zudem änderten sich technologische Anforderungen so rasant, dass das Unternehmen Anfang der 1980er zu neuen Strategien gezwungen war.

Daher entschied man sich 1989 für die Gründung einer Schwestergesellschaft: Es entstand die Eigenmarke Eurol, die nicht nur im österreichischen, sondern auch im internationalen Markt für Motoröl und Schmierstoffe große Erfolge feierte. Die neugegründete Schwesterfirma Eurol Mineralölhandel wurde schnell zum Vorreiter und entwickelte sich binnen 3 Jahren zu einem der modernsten Herstellerbetriebe für Motoröl und Schmiermittel in ganz Österreich. Dies hängt vor allem damit zusammen, das Eurol als erstes Unternehmen in Österreich ein Schmiermittel auf den Markt brachte, das biologisch abbaubar war.

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Motor mit Eurol Motoröl

Bioöl / biogene Schmierstoffe / Motoröl

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Sogenannte Bioöle, oder auch Bioschmierstoffe, werden heute vor allem bei öffentlichen Verkehrsmitteln eingesetzt und sind in einigen Bereichen gesetzlich vorgeschrieben. Es handelt sich dabei um besonders umweltverträgliche Schmierstoffe, die aus nachwachsenden Rohstoffen oder aus Mineralöl mit schwermetallfreien Zusatzstoffen hergestellt werden. Meist werden beide Rohstoffquellen gemischt.

Vor dem 19. Jahrhundert war es üblich, Pflanzenöle als Schmierung für Pferdekarren und Räder zu verwenden. Durch die anschließend breite Anwendung von Kohle und Erdöl in Motoröl und Schmierstoffen, wurden diese Methoden jedoch abgelöst. Die biogenen Schmierstoffe ermöglichen einen Rückbezug mit entsprechender Optimierung: Bewährte, umweltfreundliche Methoden werden mit den Vorteilen der modernen Schmierstoffherstellung vereint.

Bioschmierstoffe werden aus verschiedenen tierischen Fetten und pflanzlichen Ölen hergestellt. In Deutschland komm hierfür meist Rapsöl zum Einsatz. Auch Palm-, Rizinus-, Soja-, und Sonnenblumenöl sind gängige Einsatzmittel. Diese werden in Ölmühlen gewonnen und in großen Raffinerieanlagen zu Motoröl und sonstigen Schmierstoffen verarbeitet. Manchmal werden auch verschiedene Mineralölbestandteile und Zusätze, sogenannte Additive, beigesetzt, um den Schmierstoff für seinen späteren Verwendungszweck zu modifizieren.

Die Modifizierung durch Mineralölbeimischung ist vor allem bei Motorenöl für Flugzeugmotoren notwendig. Da der Schmierstoff hier sehr hohen Betriebstemperaturen, in der Regel von über 400 Grad, ausgesetzt ist, wäre ein rein pflanzliches Motoröl aufgrund der fehlenden Hitzeresistenz ungeeignet. Gleichzeitig muss das Motorenöl mit verschiedenen Materialien wie Gummi, Kunststoff und dergleichen kompatibel sein. Es benötigt also entsprechende Zusätze, die all diese Voraussetzungen optimal gewährleisten können.

Die Zusätze, oder auch Additive, verbessern die chemischen und physikalischen Eigenschaften von Motoröl und passen es dem entsprechenden Verwendungszweck an. Da einige Additive jedoch Giftstoffe und Schwermetalle enthalten, die nicht umweltverträglich sind, werden sie in biogenen Schmierstoffen so gut es geht vermieden.

Da Bioschmierstoffe heute in nahezu allen Anwendungsbereichen genutzt werden können, kann theoretisch bereits weitestgehend auf Erdöl verzichtet werden. Der Marktanteil ist jedoch aufgrund des höheren Preises und des geringen Bekanntheitsgrades verhältnismäßig gering. Gerade im Bereich Motoröl ist kaum Nachfrage vorhanden.

Dabei besteht sowohl für 2-, als auch für 4-Takt-Motoren bereits eine große Auswahl an hochwertigem Motorenöl auf Basis nachwachsender Rohstoffe. In der Regel bestehen diese aus synthetischen Estern auf Pflanzenölbasis. Auf zink- oder phosphorhaltige Additive wird bei der Herstellung verzichtet, was eine Verlängerung der Haltbarkeit der Katalysatoranlage zur Folge hat. Nachteile bei der Verwendung von Motoröl auf Biobasis gibt es kaum.

Dennoch bleibt der Run auf diesen Bioschmierstoff aus: Herkömmliches Motoröl stellt mit ca. 50% der Gesamtmenge die größte Einzelgruppe der Schmierstoffe in Europa dar. Der Anteil von biogenem Motoröl lag 2003 allerdings bei nur 0,02%. Zur Veranschaulichung: Die Gesamtmenge des Absatzöles von Motoröl lag 2003 bei 344.000 Tonnen pro Jahr. Nur bei 61 Tonnen handelte es sich um biologisch abbaubares Motoröl.

Auch wenn Eurol Vorreiter im Markt von biologisch abbaubarem Motoröl war, konnte sich der Trend bis heute nicht wirklich durchsetzen. Das mag auch einer der Gründe sein, weshalb die Fettwerke Mayer mitsamt der Schwesterfirma Eurol Mineralölhandel im Jahre 2000 Konkurs anmeldeten.

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Vorwurf der Spritpantscherei

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Im Jahre 2010 begannen Ermittlungen wegen Spritpantscherei gegen das Unternehmen. Der Vorwurf: Eurol Dieseltreibstoff soll über Jahre mit steuerfreiem Öl gestreckt worden sein. Anfang April 2013 wurde ein Sanierungsverfahren über die Eurol Schmierstoffe GmbH eröffnet, das sich alsbald in ein Konkursverfahren wandelte. Im selben Jahr wurden die Geschäfte der in Konkurs gegangenen Firma Eurol Schmierstoffe GmbH von der neu gegründeten Firma Eurol Lubricants GmbH übernommen. Das gesamte Warenlager wurde von der dahinterstehenden Firma Petro-Lubricants-Mineralöl GmbH aufgekauft. Geschäftsführer der neuen Firma ist der frühere Eurol-Verkaufsleiter Erwin Leikam, der es sich zum Ziel gemacht hat, die Motoröl und Schmierstoffmarke Eurol zu erhalten. Die 2006 gegründete Petro-Lubricants-Mineralöl GmbH handelt mit Motoröl, Getriebeöl und Schmierstoffen aller Art. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf Mineralölen, sowohl für den Bereich Automotive, als auch für die Industrie.

Das Unternehmen tritt als unabhängiger Schmierstoffhändler auf und verfolgt eine Mehrmarkenstrategie. Damit soll ein breites Spektrum an optimalen Produkten abgedeckt und eine individuelle Bedarfsabdeckung erzielt werden. Exklusivrechte für den Vertrieb in Österreich bestehen an den Motoröl- und Schmierstoffmarken Chevron-Texaco, Petro Canada und ROWE. Mit dem Aufkauf von Eurol reihte sich eine weitere Marke in das Repertoire des Schmierstoffhändlers.

Die Anlieferung von Motoröl und Schmierstoffen erfolgt mittels Zysternenfahrzeug. Dabei handelt es sich um einen Tankzug mit einem Mehrkammersystem, mit dem bis zu acht verschiedene Produkte gleichzeitig transportiert und geliefert werden. Ein Konzept, mit dem sich die Petro-Lubricants-Mineralöl GmbH über die Jahre einen breiten Kundenstamm aufbauen konnte. Trotz mehrfachen „Besitzerwechsels“ hat sich die Marke Eurol heute als qualitativ hochwertiges Schmiermittel etabliert, das aus der Branche nicht mehr wegzudenken ist.

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